Sony im Mobilfunkmarkt künftig ohne Ericsson

Sony im Mobilfunkmarkt künftig ohne Ericsson
27.
10. 2011
Sony wird künftig ohne den schwedischen Mobilfunkhersteller Ericsson am Handymarkt vertreten sein. Wie die Unternehmen heute bekannt gaben, ziehen sich die Schweden aus dem seit 2001 bestehenden Gemeinschaftsprojekt zurück.

Sony kauft im Gegenzug alle Anteile des ehemaligen Partners und übernimmt Sony Ericsson damit vollständig. Aufgrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Joint Ventures war dieser Schritt schon seit Längerem erwartet worden.

Stärkere Einbindung der Mobilfunksparte

Was heute noch unter dem Namen Sony Ericsson in den Handel kommt, wird künftig nur noch Sony heißen. Nach zehn Jahren Zusammenarbeit trennt sich der japanische Elektronikkonzern von seinem schwedischen Partner und übernimmt dessen Anteile des Joint Ventures für 1,05 Milliarden Euro. Zusätzlich zu den Anteilen kauft Sony einen Teil der Patente von Ericsson und sichert sich so gegen künftige Rechtsstreits ab. Ab 2012 werden die Japaner dann allein für die Entwicklung neuer Smartphones verantwortlich sein.

Sonys Ziel ist es, die Produkte der Handysparte in das eigene Hauptgeschäft mit Unterhaltungselektronik zu integrieren. Die Geräte sollen künftig stärker mit den mobilen Spielekonsolen und Tablets des Herstellers verknüpft werden. Ein erster Versuch in dieser Richtung war bereits mit dem Xperia Play unternommen worden, bei dem Sony Ericsson die Funktionen einer mobilen Spielekonsole mit Playstation-Branding mit denen eines Smartphones vereint hat.

Keine Überraschung

Branchenbeobachter hatten diesen Schritt schon seit einiger Zeit erwartet, da die Zusammenarbeit für beide Partner zunehmend unattraktiver wurde. Für Ericsson waren mit der Konzentration auf Smartphones Synergien verloren gegangen, während die Veröffentlichung von Produkten unter anderem Namen verhinderte, dass Sony die Smartphones nahtlos in das eigene Produktangebot integrieren konnte.

Erste Gerüchte, denen zufolge sich Ericsson aus dem Gemeinschaftsunternehmen zurückziehen will, gab es bereits 2009, als das Unternehmen mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen hatte. Sony Ericsson war wie Nokia zu spät auf die Veränderungen in der Handybranche eingegangen und hatte so einen Großteil seiner Marktanteile verloren. Erst seitdem man sich mit der Xperia-Reihe auf das Google-Betriebssystem Android konzentriert, konnte sich das Unternehmen erholen. Heute erzielt Sony Ericsson 80 Prozent des Umsatzes mit Smartphones und gab erst kürzlich bekannt, künftig ausschließlich auf diese Geräteklasse setzen zu wollen.

 
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Markus Lampel
27.10.2011
Sony Ericsson, Sony Ericsson Xperia Play, Patentrechtsstreit, Smartphones

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