Nohl hatte bereits im Sommer gezeigt, dass es mit einfachen Mitteln möglich ist, Handytelefonate abzuhören. Seiner Meinung nach versuchen Kriminelle aber mittlerweile nicht mehr nur, Daten abzufangen, sondern würden sich auch direkten Zugriff auf das Geld der Handybesitzer verschaffen. Die GSM-Sicherheitslücke macht dies möglich.
Kopierte Nutzerkennung
Hacker müssten dazu lediglich Anrufe verfolgen und die Identifikationsmerkmale der beteiligten Geräte errechnen. Anschließend können sie sich selbst als der angegriffene Teilnehmer ausgeben und erhalten so beispielsweise Zugriff auf die Mailbox des gehackten Nutzers. Des Weiteren können die Angreifer in dessen Namen teure Premium-Nummern anrufen und SMS versenden. Nohl sieht darin eine mögliche Erklärung für Fälle, in denen Mobilfunkkunden Monatsrechnungen in Höhe von mehreren tausend Euro erhalten hatten, ohne selbst Premium-Services genutzt zu haben.
Telekom-Netz am sichersten
Nach Einschätzung des Experten besteht für viele Nutzer die Gefahr, Opfer eines solchen Angriffs zu werden. Von einem erhöhten Punkt aus ließen sich die Daten von Teilnehmern im Umkreis von 35 Kilometern ermitteln. "Das sollte als Motivation dienen, um mehr Schutz des Netzwerks zu fordern", so Nohl. Die Verantwortung sieht er vor allem bei den Netzbetreibern. GSM sei eine veraltete Technologie und müsse nachgerüstet werden.
Einige Mobilfunkprovider vernachlässigen das allerdings. Besonders niedrig sind die Sicherheitsstandards demnach im deutschen Netz von o2, während E-Plus und Vodafone einen mittelmäßigen Schutz bieten. Die besten Sicherheitsvorkehrungen findet man laut Nohl bei der Telekom, allerdings kann auch sie keine hundertprozentige Sicherheit gewähren.
| Autor: Datum: Tags: |
Luisa Sophie Kaiser 28.12.2011 GSM, Sicherheitslücke, Mobilfunk Anbieter, Telekom, Mobilfunknetze, Karsten Nohl |



