Insgesamt hat Motorola in den letzten drei Jahren 1,7 Milliarden Euro verloren. Unter der Leitung von Google soll sich das ändern. Wie der Internetkonzern die Zukunft des neuen Unternehmensteils sieht, ist allerdings noch nicht klar. Als Hardware-Hersteller will sich Google nach eigenem Bekunden nicht engagieren. Branchenkenner vermuten aber, dass das Unternehmen in nächster Zeit zumindest ein Tablet entwickeln könnte, das Apples iPad und Amazons Kindle Fire das Wasser abgraben soll.
Entlassungen nichts Neues für Google
Neue Produkte allein dürften allerdings nicht ausreichen, um das Unternehmen in ruhigeres Fahrwasser zu manövrieren. Deshalb wird vermutet, auch Massenentlassungen könnten Teil der Sanierungsbemühungen sein. Laut einem Bericht der "Bloomberg Businessweek" stehen so bis zu 5.000 Arbeitsplätze auf der Kippe. Das Wirtschaftsmagazin beruft sich dabei auf das Vorgehen von Google bei früheren Übernahmen. Als man 2008 das Werbenetzwerk "DoubleClick" aufkaufte, setzte Google ein Viertel der Belegschaft auf die Straße.
Während die Zahl der bevorstehenden Entlassungen nur geschätzt werden kann, sind Veränderungen nahezu sicher. Google hat offenbar Besuche der einzelnen Standorte angesetzt und will sich vor Ort erklären lassen, an welchen Projekten Motorola derzeit arbeitet. Nach dem Führungswechsel bei Google hatte der neue CEO Larry Page ähnliche Gespräche mit Managern des Internetriesen geführt und anschließend die Zahl der Projekte drastisch reduziert. Derartige Konsequenzen werden nun auch für Motorola erwartet.
Motorola-Führungsriege muss gehen
Im Führungsstab von Motorola hat die Übernahme bereits jetzt zu Umbaumaßnahmen geführt. Der bisherige CEO Sanjay Jha wird durch Dennis Woodside ersetzt, einem Google-Veteranen, der unter anderem für das Geschäft im Mittleren Osten und Osteuropa zuständig war. Mit Woodside steigen außerdem ein neuer COO, eine neue Finanzchefin, eine neue Entwicklungschefin und ein neuer Marketingchef in die Führungsriege von Motorola auf.
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Luisa Sophie Kaiser 23.05.2012 Motorola, Google, Übernahme, Entlassungen, Dennis Woodside, Larry Page |



