Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf mit der Sache vertraute Kreise. Die Mutterkonzerne Telefonica (o2) und KPN (E-Plus) sollen vielversprechende Verhandlungen mit ausreichend Spielraum für beide Parteien führen.
Deutscher Markt soll America Movil verschlossen bleiben
Mit dem Kauf von E-Plus und der anschließenden Verschmelzung mit o2 würde Telefonica auf einen Schlag zum größten Anbieter auf dem deutschen Markt werden. Weder die Telekom noch Vodafone können einen ähnlich breiten Kundenstamm vorweisen. KPN würde der Verkauf neue Gelder einbringen, die zum Schutz gegen die Einflussnahme des lateinamerikanischen Anbieters America Movil genutzt werden könnten. Dessen Inhaber Carlos Slim hatte angekündigt, seine Anteile am E-Plus-Mutterkonzern von unter fünf auf 28 Prozent ausweiten zu wollen und 8 Euro pro Aktie zu bieten. KPN hatte dieses Angebot als zu niedrig zurückgewiesen. Der Preis würde dem Potenzial des Unternehmens nicht gerecht werden. Brancheninsider sehen in dieser Aussage einen Versuch, den Preis für E-Plus in die Höhe zu treiben und gleichzeitig die eigenen Aktionäre vom Verkauf ihrer Anteile an America Movil abzuhalten.
Gemeinsames Ziel von Telefonica und KPN ist es, keinen weiteren Anbieter Einfluss auf den deutschen Mobilfunkmarkt gewinnen zu lassen. Würde America Movil zum Großaktionär bei KPN aufsteigen, wären die Niederländer allerdings auch von in Mexiko-Stadt gefällten Entscheidungen abhängig. Die Mexikaner könnten damit einen Grundstein für den Eintritt in den deutschen Markt legen und somit den Konkurrenzdruck weiter verstärken. Dies würde auch die o2-Mutter Telefonica bedrohen, da der spanische Konzern derzeit mit hohen Schulden zu kämpfen hat.
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Luisa Sophie Kaiser 12.06.2012 o2, E-Plus, Übernahme, America Movil, KPN |



