Nokia und Microsoft wollen Preise für Windows-Smartphones weiter senken

Nokia und Microsoft wollen Preise für Windows-Smartphones weiter senken
14.
06. 2012
Mit dem Lumia 610 soll längst nicht das günstigste Windows-Smartphone in den Handel gekommen sein. Um die Verbreitung des Systems zu erhöhen, wollen Nokia und Microsoft noch stärker an der Preisschraube drehen.

Das gab das finnische Unternehmen heute während einer Konferenz mit Pressevertretern bekannt. Der Mobilfunkkonzern betonte, dass man bei diesem Vorhaben "spezifische Unterstützung" aus Redmond erhalte.

Neue Kunden durch niedrigere Preise

Ziel ist es, den Käufern eine echte Alternative zu den teils sehr günstigen Android-Geräten zu bieten. Dabei soll der Preis des Lumia 610 noch einmal unterboten werden. Der Windows Phone-Einsteiger ist derzeit vertragsfrei für circa 190 Euro zu haben. Um die 200-Euro-Marke unterbieten zu können, hatte Microsoft die Anforderungen an die Hardware für Smartphones mit Windows Phone 7 geändert. Waren ursprünglich 512 MB Arbeitsspeicher und ein Gigahertzprozessor zwingende Voraussetzung, um das Betriebssystem verwenden zu dürfen, wurde der Bedarf mit dem Update auf Windows Phone 7.5 Tango gesenkt.

Das Lumia 610 kommt deshalb mit einer CPU mit 800-MHz-Taktung und 256 MB RAM aus. Nachteil dieser Entwicklung ist, dass nicht alle für Windows Phone 7 verfügbaren Apps genutzt werden können. Besonders Spiele sind davon betroffen. Nichtsdestotrotz hofft Nokia, mit der Niedrigpreisstrategie neue Kunden anlocken und sich somit aus der derzeitigen Absatzkrise befreien zu können.

Harte Umbaumaßnahmen angekündigt

Um sich trotz der angespannten Lage neuen Handlungsspielraum zu erschließen, kündigte Nokia gleichzeitig an, bis 2013 10.000 Mitarbeiter zu entlassen. Dafür soll neben Werken in Kanada und Finnland auch der Standort Ulm geschlossen werden. Nokia beschäftigt dort derzeit 730 Mitarbeiter. Die Neustrukturierung trifft auch die Chefetage, in der einige Posten neu besetzt werden. Um zusätzliche Mittel zu erhalten, hat Nokia außerdem den Verkauf der Luxusmarke Vertu bekannt gegeben. Das Tochterunternehmen wird vom schwedischen Investor EQT übernommen. Zum Kaufpreis haben sich die beiden Unternehmen noch nicht geäußert.


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