Datenklau bei 17 Millionen T-Mobile Kunden

Datenklau bei 17 Millionen T-Mobile Kunden
05.
10. 2008
Nachdem das Magazin "Spiegel" in seiner monatlichen Ausgaben über den Datendiebstahl von schätzungsweise 17 Millionen T-Mobile Kunden berichtet hatte, wurde dieser bereits zwei Jahre alte Vorfall nun durch den Telekom-Konzern bestätigt.
Unter den Nummern sollen angeblich auch Daten von Prominenten und geschützten Personen gewesen sein. Bei dem Datenklau wurden neben Namen, Anschrift und Mobilfunknummern in mehreren Fällen auch die E-Mail-Adresse und das Geburtsdatum aus den Datensätzen ausgelesen. Beruhigend ist jedoch die Aussage, dass die gestohlenen Daten weder Bankverbindungen noch Kreditkartennummern oder eine genauere Aufschlüsselung der Verbindungen enthalten haben. Jedoch handle es sich nicht nur um die Daten von Vertragskunden, sondern auch um die von Prepaid Kunden.

Die Telekom teilte mit, dass sie seit dem Datenklau 2006 von keinem Datenmissbrauch wie Belästigung von Handybesitzern oder Nutzung der Daten durch Dritte wisse. Durch Nachforschungen der zuständigen Staatsanwaltschaften, bei der die Telekom damals umgehend Anzeige erstattete, konnten Speichermedien sichergestellt werden. Ebenso lieferten Beobachtungen des Internets und bekannter Datenbörsen keine Indizien auf Missbrauch.

Laut "Spiegel" sei das Diebesgut jedoch durchaus in kriminellen Kreisen angeboten worden. Darunter befanden sich angeblich auch Daten von Prominenten des Showgeschäfts, Politiker und Milliardären, für die eine Verbreitung der Daten in falschen Kreisen eine Bedrohung darstellen kann. Nach Angaben von "Spiegel" wurde die Bundesregierung informiert. Daraufhin habe sich das Bundeskriminalamt eingeschaltet, um die Gefährdung zu analysieren.

Der oder die Täter konnten bisher nicht gefasst werden. Das Unternehmen geht jedoch davon aus, dass es sich um einen Angestellten der Firma handeln muss, der das Sicherheitssystem umgehen konnte. Ein Hotline-Mitarbeiter oder Außenstehender habe kaum die Chance gehabt, die Daten zu ergaunern, ohne dass Sicherheitsvorkehrungen ihn gestoppt hätten. Das Unternehmen wartet aber noch auf die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft in Bonn. Vorsichtshalber trennte sich der Konzern jedoch schon von Mitarbeitern, die unter Verdacht stehen.

Der Datendiebstahl von den Handybesitzern warf erneut eine Diskussion bei Datenschützern und auf politische Ebene auf. Thilo Weichert, Schleswig-Holsteins Datenschutzbeauftragter, befürwortet eine schärfere Überwachung der Datenschutzrichtlinien in Unternehmen: Der Datenschutz müsse finanziell und personell aufgestockt werden.

Volker Beck, Bundestagsabgeordneter der Grünen, fordert hingegen den sofortigen Stopp der Vorratsspeicherung von Telefondaten.

Kunden, die Fragen zu dem Thema Datensatzklau haben oder gratis ihre Telefonnummer ändern wollen, können sich an die kostenfreie Hotline der Telekom 0800 330 034505 wenden. (Redaktion)
 
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