Videobearbeitung auf dem Handy

Videobearbeitung auf dem Handy
19.
01. 2009
Durch die Entwicklung eines leistungsstarken Grafikchips wird die direkte Videobearbeitung auf dem Mobiltelefon möglich. Entworfen wurde dieser schnelle Chip von dem irischen Entwicklungsunternehmen Movidia. Der Multimediaprozessor 'MA1110' ermöglicht die Nachbearbeitung von aufgenommenen Videoclips und ist dabei so leistungseffizient, dass der Handyakku nicht zu sehr belastet wird und schnell leer geht.
"Im Web-2.0-Zeitalter bringen Hersteller laufend so genannte Facebook-Handys auf den Markt, die den Upload von Fotos und Videos vereinfachen sollen. Allerdings war es bislang mit keinem Gerät möglich, die Inhalte direkt am Handy nachzubearbeiten", erläutert Sean Mitchell, Unternehmenschef von Movidia. Durch den Grafikchip MA1110 möchte er nun dieses Kundenbedürfnis befriedigen.

Statt wie bisher erst die Videoclips auf den Rechner zu laden, um sie dort zu bearbeiten, kann die Postproduktion direkt auf dem Handy erfolgen. Diese sind dank des leistungsstarken Chips in Echtzeit möglich und bieten Funktionen einer professionellen Nachbearbeitungs-Software wie Bildstabilisierung, Super-Resolution-Zoom, Zeitverzögerungen sowie Farbkorrekturen. Hat der Handynutzer die Funktionen des Grafikchips genutzt, kann er die bearbeiteten Videoclips direkt im Internet veröffentlichen. "Berichte von Sportveranstaltungen, Videos von Hochzeiten, Partys oder aus dem Urlaub können aufgenommen, angesehen sowie in kürzester Zeit bearbeitet und veröffentlicht werden", hebt Sean Mitchell die Vorteile hervor.

Weitere technische Details möchte Movidia auf dem GSMA - Mobile World Congress Mitte Februar in Barcelona bekannt geben. Zurzeit ist Movidia noch auf der Suche nach Mobiltelefonherstellern, die den Grafikchip in ihre Mobiltelefone integrieren. Nachdem im Sommer die ersten Musterchips ausgeliefert werden, soll die externe Massenproduktion zum dritten Quartal hin starten. Sean Mitchell erhofft sich, dass die ersten Mobiltelefone mit dem integrierten Grafikchip 2010 auf den Markt kommen. Der ehemalige Forscher des Trinity Colleges in Dublin hat es sich zum Ziel gesetzt, weitere leistungsfähige Chips für aufwendige Grafikberechnung auf mobilen Endgeräten ohne Stromversorgung zu entwickeln. Für dieses Ziel konnte Movidia im Oktober 2008 14 Millionen Dollar von internationalen Investoren einsammeln.
 
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handy.com Redaktion
19.01.2009

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