Umsätze und Gewinne bei Handyriesen rückläufig

Umsätze und Gewinne bei Handyriesen rückläufig
28.
01. 2009
Nun macht sich die Wirtschaftskrise auch bei den Handyherstellern bemerkbar. Im vierten Quartal 2008 erlitten der Branchenführer Nokia sowie LG Electronics als drittstärkstes Unternehmen einen Gewinneinbruch. "Nach dem Immobilienmarkt und der Autoindustrie rutscht nun die Unterhaltungselektronik ins negative Terrain", meint Analyst Neil Mawston die Situation. Dies lässt sich jedoch nicht auf alle Hersteller verallgemeinern, Apple beispielsweise entgeht diesem Trend und gewinnt Marktanteile dazu.
Für LG bedeutet dies einen Rekordverlust von 374 Millionen Euro im vierten Quartal. Dies liegt nicht nur an dem schwachen Handy-Geschäft, sondern auch an dem verursachten Minus der Tochterfirma für Flachbildschirme. Das zweitgrößte südkoreanische Unternehmen im Elektronikbereich gab bekannt, dass es selbst nicht mit solchen Zahlen gerechnet hätte; vor allem da es sich die letzten sieben Quartale in schwarzen Zahlen bewegt habe.

So hatte es letztes Jahr noch einen Gewinn von 346 Millionen Euro erwirtschaftet und sogar im dritten Quartal noch ein Plus von 14 Millionen Euro verbucht. Im vierten Quartal hat sich jedoch die Umsatzrendite im Handy-Sektor mit 5,2 Prozent mehr als halbiert. Nun ist der Blick in die Zukunft skeptisch, da die sinkende Nachfrage und der steigende Konkurrenzdruck den Umsatz und damit auch die Bilanzen weiter belasten werden. Es ist davon auszugehen, dass der Mobiltelefonmarkt sich verkleinern wird, weshalb LG sich auf den niedrigen und mittleren Preissektor konzentrieren und seine Position dort festigen bzw. verbessern möchte.

Nokia geht auch davon aus, dass der Handymarkt um etwa 10 Prozent schrumpfen wird. "In den letzten Wochen hat sich das makroökonomische Umfeld rapide verschlechtert", kommentiert Nokia CEO Olli-Pekka Kallasvuo den geringer ausgefallenen Umsatz von 12,7 Millionen Euro sowie den Aktienfall von rund 10 Prozent. Ende 2008 war der Marktführer noch von einem Marktrückgang von nur 5 Prozent ausgegangen.

"Das zeigt, wie schnell sich die Dinge verschlimmert haben in den letzten Monaten", sagt dazu Analyst Johan Strandberg. Ob dies wirklich so sein wird oder ob es nur eine Vorsichtsmaßnahme ist, um die Gewinnerwartung klein zu halten und später Erfolg zu vermelden, steht nicht fest. Experten gehen jedoch von einem Minus von 8 Prozent aus.

"Wir leiten Maßnahmen zur allgemeinen Kostensenkung und zur Sicherung unserer starken Kapitalstruktur ein", rechtfertigt Kallasvuo seine geplanten Kostensenkungen von rund 700 Millionen Euro jährlich, die natürlich mit Stellenstreichungen einhergehen werden. Man müsse auf den Markt reagieren und habe schon in der zweiten Jahreshälfte Marktanteile verloren, da man sich nicht auf den Preiskampf eingelassen hatte. Ziel für das jetzige Quartal ist es die 37 Prozent Anteil zu halten.

Sony Ericsson hatte erst in der vergangenen Woche einen hohen Vorsteuerverlust gemeldet. Nun kündigte auch der Sony-Konzern den ersten Verlust seit 14 Jahren an. Auch hier werden wohl Stellen gestrichen werden, um die Kosten zu senken.

Dank der Erfolgsstory des iPhones, iPods und der Macs kann Apple als einer der wenigen Marktteilnehmer seinen Gewinn weiter ausbauen. Das iPhone wurde im vergangenen Jahr 13,7 Millionen Mal verkauft. Dies beschert dem US-Konzern den Aufstieg zum drittgrößten Handyhersteller.
 
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handy.com Redaktion
28.01.2009

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