Immer mehr Viren auf Smartphones

Immer mehr Viren auf Smartphones
29.
01. 2009
Das Sicherheitsteam von Kaspersky Lab hat einen neuen Symbian-Trojaner entdeckt. Dieser hat bisher hauptsächlich in Indonesien Schaden verursacht: er manipuliert den Account des befallenen Smartphones und erschleicht sich so vom Nutzer mittels bestimmter SMS-Nachrichten kleine Geldbeträge. "In Indonesien wollte man durch eine hohe Anzahl von Kleinstbeträgen in Höhe von 5.000 bis 10.000 Indonesischen Rupien (ca. 34 bis 68 Euro-Cent) eine hohe Gesamtsumme erzielen", äußert sich Christian Funk, Virenanalyst bei Kaspersky Lab, gegenüber pressetext. Bisher hat sich Malware auf Handys noch nicht so ausgebreitet wie auf Computern, jedoch nimmt die Anzahl der mobilen Attacken gerade in Russland und Asien immer mehr zu. Es ist davon auszugehen, dass diese Smartphone-Angriffe sich auf alle Länder ausweiten werden.
Die Sicherheitsexperten von Kaspersky haben insgesamt fünf Varianten von dem "Trojan-SMS.Python.Flocker" herausgefunden. Auch wenn jeweils nur kleine Beträge gestohlen werden, sammelt dies sich mit der Zeit. "Der Ansatz, durch den Versand von kostenpflichtigen SMS Geld zu machen, ist prinzipiell nicht neu", erklärt Christian Funk. Der Java-Trojaner "RedBrowser" basierte 2006 auch schon auf diesem Prinzip. "Besonders im Vergleich zu der herrschenden PC-Situation zählt das eher zur Kleinkriminalität", so der Virenanalyst weiter.

Laut Denis Maslennikov, Senior Malware Analyst bei Kaspersky, habe man bisher angenommen, dass der SMS-Schädling sich auf Russland begrenze. "Jetzt sehen wir, dass dieses Problem nicht nur russische Nutzer betrifft - es wird international", so Denis Maslennikov.

"Mobile Malware im Allgemeinen ist im Vergleich zur Anzahl von PC-Malware immer noch sehr selten, sodass hier schon eine neue Malware-Familie für Aufmerksamkeit sorgt", sagt Christian Funk. Jedoch kann die ausgehende Gefahr deswegen nicht geleugnet werden. "Gerade in Asien und auch in Moskau, wo Smartphones sehr weit verbreitet sind, ist die Zahl von Mobile-Malware-Opfern um ein Vielfaches höher als in Deutschland, wo es noch vergleichsweise ruhig zugeht", analysiert Christian Funk die bisher örtliche Begrenzung.

In Europa werden die Angriffe auch zunehmen, da der Anteil der Smartphones gegenüber den herkömmlichen Mobiltelefonen stetig steigt. Auch die sinkenden Onlinekosten und das damit steigende Surfvolumen werden dazu beitragen. "Bis dahin werden aber wohl noch zwei bis drei Jahre vergehen“, meint Christian Funk, was allerdings wenig beruhigen dürfte.
 
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handy.com Redaktion
29.01.2009

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