Mobiles Internet: iPhone-Surfer stellen Netzbetreiber vor Probleme

Mobiles Internet: iPhone-Surfer stellen Netzbetreiber vor Probleme
18.
05. 2009
Hierzulande drosseln fast alle Anbieter von Daten-Flats spätestens nach einem Surf-Volumen von fünf Gigabyte die Geschwindigkeit im mobilen Internet auf mickriges GPRS-Niveau. Auf richtige Internet-Flatrates für mobiles Surfen dagegen werden deutsche Handy-Nutzer wohl auch in Zukunft lange warten müssen. Denn in den USA entwickelt sich iPhone-Anbieter AT&T leider zunehmend zu einem warnenden Beispiel für die deutschen Mobilfunkprovider.
Das iPhone könnte sich für US-Mobilfunkprovider AT&T noch zu einem großen Minus-Geschäft entwickeln. Und das, obwohl der Netzbetreiber in den Vereinigten Staaten das hippe Lifestyle-Handy - ähnlich wie T-Mobile in Deutschland - eigentlich exklusiv vermarktet. Der Grund für die drohende Misere: Laut einem Bericht des Wall Street Journal hat AT&T extrem damit zu kämpfen, dass iPhone-Kunden fast viermal so viel mobil surfen wie Nutzer von anderen Smartphones.

Das Problem von AT&T: Für 30 US-Dollar gibt es beim Netzbetreiber eine Daten-Flat für mobiles Internet, die ihrem Namen auch vollauf gerecht wird. So können Kunden in diesem Tarif wirklich unbegrenzt surfen, ohne dass die Datenübertragung nach einem bestimmten Surf-Volumen langsamer wird oder weitere Kosten für Nutzer anfallen. Während aber viele Smartphone-Nutzer bislang mobil lediglich ihre E-Mails abgerufen haben, surfen iPhone-Kunden nach Herzenslust mobil auf Websites. Dieses Surfen verbraucht aber wesentlich mehr Bandbreite als beispielsweise eine E-Mail-Nutzung auf dem Smartphone, weswegen das AT&T-Netz zunehmend überlastet ist.

Als Ausweg bleib AT&T nur, das eigene Netz auszubauen oder eine Datenbremse in künftige Verträge einzubauen. Beides ist aber mit immensen Kosten verbunden: Während der Ausbau direkt Geld kostet, dürfte AT&T mit neuen Vertragsbedingungen viel schwerer Neukunden gewinnen.

Leider beobachten die deutschen Netzbetreiber die Probleme von AT&T sehr genau. Hierzulande überlassen Provider wie T-Mobile ihren Kunden selbst in den teuersten Flat-Paketen lediglich ein Inklusiv-Volumen von fünf Gigaybyte, um per UMTS-Geschwindigkeit mobil im Internet zu surfen. Anschließend steht nur noch GPRS-Geschwindigkeit (64 Kbit/s) zum Surfen zur Verfügung, was bei einem ausgelasteten Handy-Netz im schlimmsten Fall sogar noch langsamer als Internet per Modem ist.

Mit dem warnenden Beispiel AT&T vor Augen aber dürften die deutschen Mobilfunk-Provider wohl auf absehbare Zeit an ihren halbgaren Daten-Flats für mobiles Internet festhalten. Auf richtige Surf-Flatrates für mobiles Internet werden deutsche Handy-Nutzer daher noch lange warten müssen.
 
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handy.com Redaktion
18.05.2009

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