Research in Motion will künftig enger mit Software-Konzern Microsoft zusammen arbeiten. Das hat Microsoft-CEO Steve Ballmer nun auf der US-amerikanischen Entwicklerkonferenz „BlackBerry World“ verkündet. Demnach soll die Microsoft-Suche Bing künftig auf allen RIM-Geräten als Standard-Websuche im Mobil-Browser festgelegt werden. Diese Kooperation umfasse sowohl BlackBerrys als auch Tablet-PCs wie das RIM Playbook, das in den USA bereits erhältlich ist und demnächst nach Deutschland kommt.
Bing-Anwendungen in der BlackBerry App World
Die frisch geschmiedete Allianz hat auch zum Ergebnis, dass künftig der Kartendienst Bing Maps als zentrale Navigationssoftware auf neuen Blackberrys vorinstalliert wird. Doch damit nicht genug: Im hauseigenen AppStore – der BlackBerry App World – werden künftig auch Bing-Anwendungen prominent beworben. Auf diese Weise soll wiederum sichergestellt werden, dass auch Nutzer mit älteren Geräten künftig verstärkt die Suchdienste von Microsoft auf ihrem BlackBerry installieren.
Interessant ist die Kollaboration nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass Microsoft bereits mit dem angeschlagenen Handy-Riesen Nokia kürzlich eine Kooperation eingegangen ist. So will der finnische Handy-Hersteller noch im vierten Quartal 2011 ein erstes Smartphone auf den Markt bringen, das statt auf der hauseigenen Software Symbian auf dem Betriebssystem Windows Phone 7 laufen soll. Auf diese Weise will Nokia seine bröckelnde Vormachtstellung im Smartphone-Markt stärken. Ob eine Allianz mit Microsoft dabei aber wirklich förderlich ist, steht auf einem anderen Blatt. Denn aktuell verdichten sich die Hinweise, dass zumindest die Microsoft-Software Windows Phone 7 ein echter Flop geworden ist.
Windows Phone 7: Katastrophale Verkaufszahlen?
Einem Bericht der Computerwoche zufolge jedenfalls sind die Verkaufszahlen von Endgeräten mit der neuen Software Windows Phone 7 anscheinend so katastrophal, dass Microsoft nicht einmal selbst offizielle Angaben dazu machen will. So heißt es von Insidern, dass die rund 1,5 Millionen verkauften Endgeräte lediglich auf Bestellungen von Providern zurückzuführen sind.
Tatsächlich an Endkunden wurden dagegen im vergangenen Jahr gerade einmal 670.000 Endgeräte verkauft, wie die Zeitung schreibt. Dafür spricht auf jeden Fall, dass bereits heute zahlreiche Geräte mit Windows Phone 7 deutlich günstiger zu bekommen sind als noch beim Marktstart vor gut einem halben Jahr. Vielleicht gar nicht schlecht also, dass BlackBerry-Produzent RIM im Gegensatz zu Nokia vorerst an seinem selbst entwickelten Betriebssystem festhalten wird und sich die Microsoft-Kooperation nur auf die Online-Suche im Mobil-Browser und Navigationsdienste beschränkt.
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Markus Lampel 04.05.2011 BlackBerry, Bing, Microsoft, Windows Phone 7, RIM, Tablet-PC, PlayBook, Nokia, Symbian 3, Verkaufszahlen |



