Zwar brachte die Präsentation keine großen Überraschungen mit sich, sehen lassen kann sich das erste Gerät mit MeeGo-Betriebssystem aber trotzdem. Technisch ist es ein weiterer Schritt in die richtige Richtung und ein neuerlicher Fingerzeig hin zur Abkehr von Symbian. Nach der Fokussierung auf die Betriebssysteme Windows Phone 7 (durch die Kooperation mit Microsoft) und MeeGo (Intel), will Nokia nach Konzernangaben sein bisher eingesetztes, eigenes OS nur noch bis ins Jahr 2016 durch Support und Updates am Leben halten. Allerdings kündigte Nokia-CEO Stephen Elop in Singapur ebenfalls an, dass das Unternehmen im Jahr 2012 noch zehn neue Symbian-Modelle auf den Markt bringen will.
Leistungsstarkes Smartphone
In den letzten Wochen machten Gerüchte um das Nokia N9 die Runde, die eine beachtliche Hardware versprachen. Von einer 12-Megapixel-Kamera, einem 1,5 GHz schnellen CPU und 64 GB internem Speicher war da die Rede. Ganz so beeindruckend fällt das Endprodukt dann aber doch nicht aus. Statt 12 Megapixeln gibt es acht (dafür aus dem Hause Zeiss), der Prozessor ist auf 1 GHz getaktet. Beim Speicher lag man zumindest teilweise richtig: Das N9 wird sowohl in einer 16 GB- als auch einer 64 GB-Version zu haben sein.
Hinzu kommen beachtliche 1 GB Arbeitsspeicher, ein 3,9 Zoll messendes Display, das Bilder mit 854 × 480 Pixeln auflöst und Verbindungsgeräte für WLAN, Bluetooth sowie HSPA+ für schnelles mobiles Internet. Verpackt ist das alles in einem Polycarbonat-Gehäuse. Das ursprüngliche Design, bei dem gebürstetes Aluminium verwendet wurde, hat den Entwicklungsprozess nicht überstanden.
Tastenlose Steuerung
Die vielleicht wichtigste Neuerung ist die Einführung des Betriebssystems MeeGo, das von Nokia in Zusammenarbeit mit Intel entwickelt wurde. Für das Nokia N9 wurde es für die Steuerung per Touchscreen optimiert. Das ist auch nötig, denn Tasten sucht man auf der Frontseite des Smartphones vergeblich. Stattdessen werden alle Befehle über Tippen und Wischen auf dem Display erteilt.
So weckt man das Nokia N9 beispielsweise durch doppeltes Tippen aus dem Ruhemodus. Per Fingerwisch von Displayrand zu Displayrand können dann Programme und Homescreens gewechselt werden. Von letzteren sind unter MeeGo drei vorgesehen: Auf einem Screen werden sämtliche Programme gelistet sein, ein anderer zeigt verpasste Anrufe sowie Nachrichten und Updates aus sozialen Netzwerken an, während der letzte Screen den momentan aktiven Programmen vorbehalten bleibt.
Insgesamt hinterlässt das Nokia N9 einen äußerst positiven Eindruck. Wann die ersten Nutzer es in den Händen halten dürfen, ist aber noch nicht klar. Zum Verkaufsstart und Preis des Geräts schwieg man sich in Singapur ebenfalls noch aus.
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Stephan Meixner 21.06.2011 Nokia N9, MeeGo, Symbian 3, Windows Phone 7, Mobiles Internet, Smartphone, Neue Smartphones, Handy Betriebssystem, Microsoft |



