Das nennt man dann wohl eine klassische Flucht nach vorne: Da es im angestammten Smartphone-Geschäft aktuell alles andere als gut läuft, plant nun der US-amerikanische BlackBerry-Hersteller Research in Motion den Sprung ins TV-Geschäft. Laut einem Bericht von „nerdberry.com“ will RIM anscheinend eine eigene Set-Top-Box für interaktives Fernsehen anbieten. Wie bei dem vergleichbaren Service "Apple TV" sollen Kunden dann über die Box beispielsweise YouTube-Videos auf ihren HD-Fernseher streamen oder Filme aus Online-Videotheken wie Netflix.com ausleihen und auf ihrem TV-Gerät abspielen können.
Konkurrenz zu Apple TV geplant?
Erscheinen soll die Set-Top-Box mit der Modellbezeichnung „BlackBerry Cyclone“ anscheinend noch in diesem Herbst. Konkrete Details sind bislang kaum bekannt. Man soll die TV-Box aber einfach über ein HDMI-Kabel mit einem HD-Fernseher verbinden können, Inhalte von anderen Elektronikgeräten wie PC oder Smartphone sollen sich über eine WiFi-Verbindung auf die Box übertragen und vor dort aus auf dem angeschlossenen Fernseher abspielen lassen. Auf diese Weise könnten Nutzer also auch solche Filme auf ihren HD-Fernseher streamen, die auf der Festplatte ihres PCs gespeichert sind. Die Set-Top-Box soll in etwa so groß ausfallen wie ein „BlackBerry Presenter“. Mit diesem handlichen Zubehör in Größe eines Smartphones lassen sich Powerpoint-Dateien von einem BlackBerry direkt auf einen angeschlossenen Projektor oder Bildschirm spielen.
Smartphone-Geschäft bröckelt, Tablet-Markt verfehlt
Auch wenn ein Einstieg ins TV-Geschäft im ersten Moment kurios klingen mag: Für RIM ist dieser Schritt durchaus logisch. Denn im Smartphone-Markt verliert das US-Unternehmen zunehmend Marktanteile an Apple und Hersteller, die auf das von Google mitentwickelte Mobil-Betriebssystem Android setzen. Im jungen Tablet-Markt wiederum konnte RIM mit seinem Playbook bislang kaum punkten. Stattdessen bestimmten Berichte über fehlerhafte Software und fehlende Standard-Features die Berichterstattung über das PlayBook.
Allerdings dürfte auch das Geschäft mit Set-Top-Boxen kein Selbstläufer werden. Zum einen ist in diesem Markt ja bereits Apple aktiv, zum anderen bietet inzwischen auch Google mit „Google TV“ eine konkurrierende Lösung an. Die Erfolgsaussichten für RIM sind damit nicht gerade die besten.
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Markus Lampel 19.07.2011 BlackBerry, RIM, PlayBook, Tablet-PC, BlackBerry Cyclone, Interaktives Fernsehen, Apple TV, Smartphone, Google Android, Set-Top-Box, BlackBerry Presenter |



