Für Google ist das in doppelter Hinsicht ein wichtiger Kauf. Zum einen hilft er, das Unternehmen fester in der Mobilfunkbranche zu verankern, zum anderen wird dadurch die Position des Suchmaschinenbetreibers in den andauernden Patentstreitigkeiten mit Apple und Microsoft gestärkt.
Übernahme noch in der Schwebe
Für einen Preis von 40 Dollar pro Aktie übernimmt Google die Mehrheit am Mobilfunkkonzern Motorola Mobility und zahlt damit gut 60 Prozent mehr, als die Anteile zum Börsenschluss am Freitag wert waren. Insgesamt 12,5 Milliarden Dollar lässt sich der Suchmaschinenriese den Zukauf von Motorola Mobility kosten. Ob das Geschäft tatsächlich zustande kommt, ist allerdings noch nicht klar. Zwar haben die Führungsetagen beider Firmen ihr Einverständnis gegeben, aufgrund der Größe der Konzerne wird aber noch das Einverständnis der Kartellbehörden benötigt. Der Abschluss der Übernahme wird deshalb für Ende 2011 beziehungsweise Anfang 2012 erwartet.
Google hätte dann Zugriff auf eines der größten Patentportfolios der Branche und könnte so die eigene Position gegen Angriffe durch Konkurrenten stärken. Diese hatten das in Kalifornien ansässige Unternehmen zuletzt immer wieder mit Klagen wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung in Verbindung mit Android überzogen. Als Neuling in der Mobilfunkbranche fehlte es Google bisher allerdings an der nötigen Verhandlungsmasse, um die Streitigkeiten außergerichtlich beizulegen. Frühere Versuche, daran etwas zu ändern, waren nicht erfolgreich verlaufen. So musste man sich beim Bieterwettbewerb um die Patente des Konkurs gegangenen Mobilfunkausstatters Nortel geschlagen geben.
Motorola bleibt eigenständig
Für Motorola Mobility wird der Milliardendeal wenig ändern. Das Unternehmen soll eigenständig weitergeführt werden und nicht in Google Inc. aufgehen. Und auch Android-Fans brauchen nicht um die Offenheit ihres Systems bangen. Seitens Google gibt es keine Pläne, das Betriebssystem zukünftig exklusiv auf Motorola-Geräten zum Einsatz zu bringen. Im Gegenteil, Motorola bleibt auch weiterhin nur einer von vielen Android-Partnern, das System selbst offen. Denkbar ist allerdings, dass die enge Bindung des Android-Entwicklers und Handyherstellers für Irritationen bei Samsung, LG oder HTC sorgt, die ebenfalls verstärkt auf Android setzen.
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Luisa Sophie Kaiser 15.08.2011 Motorola, Google, Patentrechtsstreit, Handy Betriebssystem, Übernahme, Android |



